Sonntag, 31. August 2014

Bilder Illinizas

Spagethi Bolognese!!! Das beste Essen auf 4700hm vor der ersten grossen Tour

Mjam, trotz der Hoehe haben alle gut reingehauen!
Ja, ein bissal eisig wars schon

Auf geht es zum Illiniza Sur


Neblig und anstrengend, aber technisch echt schoen

Nach der Kletterpassage am Uebergang zum Gletscher
Endlich am Gipfel, Luka, Lisa, Sabrina und Jorge

Mittwoch, 27. August 2014

COTOPAXI & CAYAMBE

So, gar nicht so einfach, immer wieder was auf den Blog zu schreiben, so viel ist hier los. :)
Hier jetzt mal wieder ein kleines Update. Die zweite hohe Berg, der Cotopaxi (5897m) stand uns in der Nacht vom 19. auf den 20. bevor. 

Generell galt dieses Jahr folgende Devise fuer die drei hohen Berge (Cotopaxi, Cayambe und Chimbo): Wir fahren irgendwann am spaeten Nachmittag los und laufen dann direkt ohne Huettenstop auf die Berge hoch, was den Anstieg meist nochmal um 200hm erhoehte. Grund dafuer ist die Erneuerung der ganzen Huetten, die momentan alle geschlossen haben.

Jetzt aber erst mal zum Cotopaxi. Am Abend davor gab es zur Stärkung (oder auch Schwächung für einige) eine Käsespätzleparty. Julian und Sabrina haben den Ecus Spätzleschaben beigebracht und nach ca. 2h, einer "Hochzeit" (nachdem Sabrina kochen kann, war sie ja ab sofort heiratsfähig), Cuba Libre und Bier wurden dann alle hungrigen Mäuler gefüllt. Natürlich wurden die Kalorien im Anschluss dann auch gleich wieder beim Tanzen verbrannt. Am nächsten Tag ging es dann erst am späten Nachmittag (natürlich 3h nach geplanter Abfahrt) einigermaßen ausgeschlafen gen Süden.  Schließlich hatten wir noch was vor...nach einer 3 stündigen Busfahrt in unserem Privatbus, wo wir uns noch ein letztes Mal ausruhen konnten, waren wir schließlich um 11 Uhr abends auf 4600m und rüsteten uns im Bus mit aller nur erdenklichen Ausrüstung aus, um nicht zu frieren. Um 12 waren dann alle fertig und los ging es, leider ohne Lea und Felix, zu zehnt mit unseren Ecus.
Es wartete eine 1300hm lang Nachtbesteigung des zweithöchsten Berges von Ecuador.
Die ersten 200hm waren hart...Sand, ein Schritt vorwärts und ein halber zurück.  Doch schon bald waren wir beim Gletscher.  Die resliche Nacht quälten sich alle Seilschaften mehr oder weniger den Berg hoch. Am Ende schafften es Lisa, Luka, Alfred, Fabio, Maxi, Niclas, Julian, Anna und Sabrina morgens auf den Gipfel, teilweise allerdings wirklich nur durch viel Motivation und Anschub der Ecus. Stolz waren wir trotzdem alle  und der teils doch ziemlich tolle Ausblick (ein paar hatten sogar fast klare Sicht) vom Gipfel und das Gipfelbier waren schon Belohnung genug. Und selbst der Abstieg, bei dem dann auch die fittesten irgendwann von der Müdigkeit überfallen wurden, konnte noch gemeistert werden. Glücklich und todmüde krochen wir im Bus nach 10-12h Tour in unsere Schlafsäcke und träumten von unserem Bett, das in Quito schon auf uns wartete.

Der naechste Tag war als freier Erholungstag gedacht und wurde von uns mit Stadtbesuchen, Klettern und am Abend dann einer erneuten Koch- und Kuchenbackaktion gefuellt. 

Am 22. und 23. stand uns der Cayambe bevor.
Der 22. war mit Schlafen und Packen gefuellt, bis sich die Haelfte von uns schliesslich am geplanten Treffpunkt trafen, nur um festzustellen, dass unser Bus leider wo anders faehrt. Also schnell zu 8 ins Auto gequetscht und zum anderen Terminal gekurvt. Fast puenklich und mit ein bisschen vordraengeln in der Busschlange ging es dann sogar mit Sitzplatz gen Norden zum Cayambe (5790).
An sich, hoehenmetertechnisch gesehen, der kuerzeste Berg, nur 1000hm. Allerdings technisch schwieriger, als der Cotopaxi. Unten neben der Huette stellten wir sicherhaltshalber trotzdem zwei Zelte mit ein paar Schlafsaecken auf und dann ging es auch schon los. Leider ohne Lisa, der ging es nach unserem Abendessen nicht so gut. Die anderen machten sich auf dem Weg, mit teils grosser, teils auch eher geringerer Motivation. Nach grob 500-600hm drehten dann die Ersten um, und ca 200hm vor dem Gipfel fast alle anderen, bis auf Niclas, Alfred und Felix, die mit unserem "Viech" Jorge in einer Seilschaft waren und vorrausgespurtet sind. Der leistete groesste Motivation und somit standen unsere drei Jungs dann bei besten Wetter und fantastischer Sicht auf dem Gipfel. Allerding durften auch alle anderen die Sicht geniessen, mit Antisana, Cotopaxi und einem traumhaften Wolken/Sonnenschauspiel. Lea und Sabrina genossen unten auf ihren Isomatten, in ihre Schlafsaecke gekuschelt, die Sonnenstrahlen und die anderen verkrochen sich teilweise ins Zelt oder machten es sich auf ihren Rucksaecken bequem, bis schliesslich die Jeeps kamen und uns zum Bus zurueck brachten. Abends in Quito wartete dann ein warmen Bett und viel Schlaf auf uns.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es zwei wirklich spannende, aber mega anstrengende Touren waren, komplett anders, als bei uns in den Alpen und wir wirklich super viel Glueck mit Wetter und Bedingungen hatten. 

Bilder kommen wieder bald :) Von allen Bergen (Illiniza, Cotopaxi, Cayambe und Chimborazzo)

Donnerstag, 21. August 2014

Ilinizas

Am Samstag, den 16. August, haben wir uns um acht Uhr am Suedbahnhof getroffen. Theoretisch zumindest. Praktisch kamen die letzten um halb 11 dort an – allein die Anfahrt zum Treffpunkt war aufgrund der Groesse der Stadt fuer manche eben schon eine halbe Weltreise… Mit Bus und Jeeps ging es dann endlich hoch zum Ilinizas-Nationalpark bis auf eine Hoehe von 3950 Metern, wo der Huettenzustieg begann.  Anfangs hatten wir noch eine ganze Ananas im Gepaeck, die allerdings schon nach wenigen Minuten vernichtet wurde. Durch Wind und Nebel schleppten wir uns 800 Hoehenmeter zum Refugio hoch. Manchmal konnte man fuer wenige Sekunden einen Blick auf die beiden Iliniza-Gipfel erhaschen. Oben wartete ueberraschenderweise eine warme Huette auf uns. Dort angekommen kochten wir Tee und Spaghetti Bolognese und planten den naechsten Tag. Weil wir aber eigentlich viel zu hart fuer eine warme Huette mit gemuetlichen Matrazen sind, haben wir dann doch draussen unsere Zelte aufgestellt. Bald darauf verkrochen wir uns denn auch in unsere Schlafsaecke und warteten – mehr oder weniger schlafend – darauf, dass es endlich losging. Als wir um 3 Uhr in der Frueh aus unseren Schlafstaetten schauten, broeckelte erst mal das Eis von den Zelten – der Nebel war in der Nacht zu einer dicken Eisschicht gefroren, die auch den Aufstieg nicht einfacher machen sollte.
Um vier Uhr gings dann los fuer den Teil der Gruppe, der auf den Iliniza Sur, den etwas hoeheren und schwierigeren der beiden Ilinizas, wollte. Vier Seilschaften waren es... ganz am Anfang. Aber aufgrund von Kommunikationsproblemen, Wegfindung und schlechten Wetterverhaeltnissen war schon nach einer halben Stunde nur noch eine einzige Seilschaft auf dem Weg zum Iliniza Sur, waehrend die anderen erstmal zur Huette zurueckkehren mussten. Sabrina, Luka und Lisa waren die Gluecklichen, die mit dem Bergfuehrer Jorge den Aufstieg fortsetzen konnten. Die erste schwierigere Stelle wartete nach circa einer Stunde auf uns, in Form einer Kletterpassage mit vereistem Fels. Von Jorge gesichert machte das Klettern im ersten Sonnenlicht richtig Spass. Danach begann der Gletscher. Mit Pickel und Steigeisen ging es eine Steileisflanke hoch, die einfach nicht enden wollte und die nie flach genug war, um eine gescheite Pause einzulegen. Das ging ziemlich auf die Wadeln und war auch fuer die Nerven nicht ohne, denn abrutschen haette man wirklich nicht duerfen... Nach weiteren zweieinhalb Stunden und viel Motivationsarbeit durch Jorge standen wir endlich auf dem Gipfel (der je nach Quelle auf 5248 (Wikipedia), 5263 (Nationalpark) oder 5305 (Huette) Metern ueber dem Meeresspiegel liegt). Immerhin fuer zehn Sekunden konnten wir von dort einen Blick auf den Cotopaxi werfen, ansonsten war es komplett vernebelt. Anschliessend wartete wieder die Eisflanke auf uns, die sich abwaerts als nicht wirklich einfacher entpuppte. Als wir das Steilstueck endlich ueberwunden hatten, waren wir dementsprechend erleichtert... Nach 7 Stunden kamen wir schliesslich wieder an der Huette an und machten es uns erstmal in unseren Schlafsacken gemuetlich. Insgesamt war es eine sehr schoene, technisch anspruchsvolle, aber gluecklicherweise nicht allzu lange Tour.

Der Rest der Gruppe empfing uns eher frustriert. Sie hatten nach der fruehmorgendlichen Rueckkehr zum Refugio erstmal weitergeschlafen und dann den Aufstieg auf den Iliniza Norte versucht, aber wegen einer vereisten Kletterpassage kurz vor dem Gipfel umkehren muessen. Als mittags die letzten vom Norte zurueckgekehrt waren, machten wir uns alle zuammen auf den Rueckweg zu den Jeeps und tauchten endlich aus dem ewigen Nebel, der den ganzen Tag die Huette umfing, wieder  auf. Mit Jeeps und Bus fuhren wir zurueck nach Quito, wo auf die meisten von uns erstmal ein warmes Bett wartete.

Sonntag, 17. August 2014

Eindrücke der letzten Woche

Pichincha

Tolle Stimmung am Grat

Selbst am Gipfel findet man noch was zum Klettern :)

Natuerlich auch ein bisschen posen ;)

Quito bei Nacht


Ozogoche See und Incapirca


Natuerlich mit Gato unterwegs
Die Busfahrten:

Tja...unsere Versuche, den Reifen wieder aus dem Schlamm zu kriegen



Und Goooo, das Schieben hat auch nix gebracht

Was Felix auf dem Platz wohl zu suchen hat?
Wir sind dann doch noch gut angekommen, auch mit "neuem" Busfahrer


 Am See:

Reiten, wie die Indianer
Echt kraftvolle Pferde...
Ecus und Deutsche am See
Wer wollte nicht schon mal durch die Praerie reiten?

Kleiner Nachtspaziergang mit Rundumblick zum Lager und See

Weite und traumhafte Landschaft




Zelten und Biwakieren auf 3800m hat schon was

Lager direkt neben dem See


Dick eingemummelt, es war dann doch kaelter, als erwartet

Die Pferdefreunde unter uns ;)

Reiten anstatt Trekken








Mittagessenszeit, wir waren hier wohl nicht die Ersten AVler


Eins der vielen tollen Streearts in Ecuador (dieses aus Cuenca)


Incapirca, die Ruinen begutachten

Wie viele da wohl reinpassen?  Wir waren immerhin 6
Cojitambo

Dazu gibt es wohl nicht viel zu sagen...

Wie viele Leute, Kletterzeug und Bier passen in ein Auto?

Citybouldern und Brueckenbouldern in Cuenca

Barfuss klettern, inzwischen durch Lisas Einfuehrung richtig beliebt bei uns



Cojitambo von den Kletterwaenden aus

Unser Ferienhaus, ueberall verziehrt und toll eingerichtet
Busfahrt mit ausgelassener Stimmung durch Cuenca

Freitag, 15. August 2014

Ozogoche Lake, Incapirca & Cojitambo, Cuenca, Baños

Und schon ist unser nächster Trip rum...von Samstag Morgen bis Donnerstag Abend ging es für uns mit unseren Ecus in den Süden von Ecuador.

Samstag/Sonntag Ozogoche Lake und Incapirca
Nachdem wir am Samstag um 10:30 endlich losstarten konnten ( Treffpunkt war übrigens um 8!!), ging es gleich mal los in Richtung des Ozogoche Sees. Bei Musik und Planet der Affen konnten sich alle ganz gut von der vorabendlichen Party erholen. Nach einem Mittagessenstop ging es mit einem Privatbus weiter gen Süden, wobei spanische und Deutsche Karaoke und Kanons, sowie Schafkopf, Liegestützen, im Bus rumklettern und die faszinierende Landschaft betrachten und fotografieren ganz im Vordergrund standen.  Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß und als es dunkel wurde, kamen wir unserem Ziel immer näher. Ganz erreicht hat es unser Bus allerdings nicht, der blieb 10min davor im Schlamm stecken und jeglicher Versuch, ihn da wieder raus zu bekommen scheiterte ziemlich kläglich.  Unseren Spaß hatten wir trotzdem. Das letzte Stück also noch schnell zu Fuß gemanagt und dann erst mal unser Zelt- (oder teils auch Biwak-) lager auf 3800m an dem See aufgeschlagen.
Nach einer lauwarmen Instantsuppe für jeden und Feigen mit Frischkäse (nicht so gut vorstellbar, aber sehhhr lecker!) wurde der restliche Abend noch am Feuer bei ein paar anderen Ecuadorianern, die zufällig auch dort waren, Cuba Libre, Zimt-Apfel-Zucker-Cuba-Libre Tee und lustigen Gesprächen verbracht. Ein paar von uns wanderten noch durch das Dickicht auf einen kleinen Hügel und beobachten das Geschehen von oben und genossen den mondhellen Anblick des Sees.
Am nächsten Tag sollte es dann eigentlich auf einen kleinen Berg in der Nähe gehen, doch anstattdessen trafen wir die Bewohner des kleinen Dorfes dort auf ihren Pferden und durften alle mal wie Indianer durch die "Prärie" reiten. Das war wirklich ein einmaliges Gefühl. Im Gegenzug freuten sich die Kinder natürlich über Ritter Sport Schoki, und Müslieriegel, die wir für sie hatten.
Der See ist übrigens berühmt dafür, dass jedes Jahr im Herbst ganz viele Regenpfeifer aus Kanada und Alaska dorthin kommen (mehrere 1000km) nur um dann dort über dem See "Selbstmord zu begehen" und abzustürzen, obwohl ihr eigentliches Ziel die Küstenregionen von Chile und Argentinien sind. Dir Leute hier nennen es den goldenen Regen Gottes, weil es dann natürlich richtig viel zu Essen gibt.

Weiter ging es am Nachmittag, (unseren Bus hatte inzwischen ein Jeep mit Hilfe der Dorfbewohner rausgeholt) mit einem Zwischenstop in Incapirca, wo wir eine alte Incastadt, bzw die Ruinen davon betrachten konnten. Im Dunkeln ging die Busfahrt dann weiter zu unserem zweiten großen Ziel: Klettern in Cojitambo.

Montag-Donnerstag Cojitambo, Cuenca &Baños
Wir wurden erst mal in einem echt lässigen Haus mit einem super leckeren Essen (kein Hühnchen mit Reis übrigens, sogar vegetarisch!) empfangen. Dieses Haus war für die nächsten Tage unser persönliches Hostel mit fantastischen selbergemachtem Frühstück und Abendessen. Der Besitzer des Hauses hat so gut, wie alle Kletterrouten dort gebohrt, die meisten sind noch ziemlich neu und super abgesichert!
Mit selbstgemalten Topos ging es los an den Fels und bis Mittag wurde auch fleißig geklettert, die Routen waren teils ein bisschen botanisch, aber auch sehr schön. Dann kam der Regen...tja, was solls, langweilig ist uns nicht geworden, den restlichen Tag verbrachten wir dann mehr oder weniger mit verschiedenen deutschen und ecuadorianischen Spielen. Den Abend ließen wir dann noch gemütlich mit einer kleinen Feier ausklingen. Der Regen wollte allerdings nicht aufhören, also ging es am Dienstag, anstatt zum Klettern, zum Baden nach Baños (das Südliche, ganz in der Nähe von Cuenca). Dort gibt es heiße Quellen und so genossen wir den Vormittag mit Plantschen, Tauchen usw. im warmen Wasser. Am Nachmittag stand für die Hälfte von uns die Besichtigung von Cuenca an, wobei es nicht lang dauerte, bis diese einem Cafebesuch und einer ausgedehnten Brückenboulderaktion weichen musste. Die anderen fuhren schon früher zurück, um noch ein bisschen ohne Regen zu klettern oder wieder gesund zu werden.
Als alle wieder zurück in Cojitambo waren, machten sich ein paar wenige von uns nach dem Abendessen nochmal auf zum Nachtklettern, man beachte es handelte sich um Mehrseillängen. Der Regen, der immer wieder anfing, war dabei nicht ganz so vorteilhaft, trotzdem war das Ganze echt eine schöne und abenteuerliche Aktion. 
Der nächste Tag versprach zumindest nur teilweise Regen und nachdem der Fels sehr schnell (ca. 30min) trocknet, wurde die regenfreie Zeit nochmal zum klettern genutzt. Der letzte Abend wurde mit einer lustigen Abschiedsfeier beendet, bei der natürlich auch wieder ordentlich getanzt wurde und sich die Freundschaften zwischen Ecus und Deutschen weiter vertieften. :-)
Donnerstag Morgen gingen nochmal ein paar los, um noch die letzte Möglichkeit zum klettern zu nutzen und vier von uns blieben sogar noch länger zum Klettern, bzw. Nationalpark besuchen, dort.
Die Restlichen verbrachten den Tag im Bus zurück nach Quito, wobei natürlich auch wieder viel gelacht und geratscht wurde, zumindest bis es dunkel wurde. In Schlafsäcken zusammengekuschelt überkam uns dann doch irgendwann die Müdigkeit.

Insgesamt haben wir also wieder mal eine tolle und erlebnisreiche Woche hinter uns. Morgen geht es los mit den hohen Bergen. Als erstes steht für uns Zelten und die beiden Illinizas auf dem Programm.

Bilder folgen in Kürze! :-)

Freitag, 8. August 2014

Pichinchas

Nachtbesteigung auf die Pichinchas? Tja, das war der Plan. Aber wer hier haelt sich an Plaene?
Frueh morgens sind wir aufgestanden und haben unsere Sachen gepackt. Los gings zum Treffpunkt.Wir waren puenktlich, sonst aber leider niemand. Aber nach einer Stunde fuhren wir dann alle in der "teleferico" hoch in Richtung Pichinchas. 1000 Hoehenmeter hat uns die Seilbahn erspart und so sind wir auf einer Hoehe von 4100 m gestartet. Komischerweise sind wir da oben ausruestungstechnisch voll aus dem Rahmen gefallen - warum? Viele Tagestouristen wandern da oben rum und machen den ersten Gipfel des Pichinchas. Wir sind ca. zwei Stunden auf den Rucu Pichincha gelaufen, dabei haben wir uns immer waermer eingepackt. Fuer den finalen Aufstieg haben wir uns aufgeteilt. Die Kletterlustigen sind ueber einen felsigen Grat hochgeklettert, die zweite Gruppe hat einen sandigen, leichteren Weg gewaehlt. Oben am Gipfel wars dann zapfig - naja, zumindest fuer uns Kaelteempfindlichen. Aber trotzdem gabs eine Gipfelbrotzeit mit Bananenchips und Sandwich auf  4696m. Niklas, unser Boulderer, ist hoch auf das Gipfelschild geklettert und hat versucht die 5000m komplett zu machen - leider war er aber trotz Schild zu klein. Vom Gipfel konnten wir bereits unser Tagesziel, das Refugio del Guagua Pichincha, in der Ferne erkennen. Doch es wartete noch eine langer Weg dorthin auf uns. Ueber einen Sattel ging es in Richtung des zweiten Gipfel. Der Weg war relativ flach, doch genau da ist leider einer von uns hoehenkrank geworden. Absteigen war angesagt, aber das war erst ab dem Refugio moeglich, zu dem wir noch ueber drei Stunden laufen mussten. Ein Teil von uns hat auf dem Weg dorthin noch den zweiten Gipfel mitgenommen - schoen war dabei, dass man seinen Rucksack unten lassen konnte. Deswegen haben wir auch nur eine Viertelstunde hochgebraucht - insgesamt ein sehr laessiger Gipfel von 4500m! Am Refugio haben Luka, Niklas und Lenin sofort unseren Hoehenkranken nach unten gebracht. Den halben Weg mussten sie selber laufen, dann kam ihnen die Polizei entgegen - die Polizei?! Hilfe, was hatten sie denn angestellt? Nun, die Polizei hat nach einem verletzten Deutschen gesucht und den wollten sie bei uns gefunden haben. Alle Erklaerungsversuche blieben erfolglos und so wurden die vier aufs Polizeirevier mitgenommen, wo sie dann nach eingehender medizinischer Untersuchung beinahe noch ein Interview fuer die Presse abgeben mussten, bevor sie dann endlich nach mehreren Stunden Wartens(!) mit dem Polizeibus nach Hause gebracht wurden.
Der Rest hat sich auf der Huette auf 4500m eingerichtet. Leider gab es kein Holz und somit kein Feuer - es war verdammt kalt! Mit einem kleinen Campingkocher haben wir die vorgekochten Nudeln warm gemacht, Gemuese und Thunfisch aus der Dose waren die Sauce. Am Besten war aber eigentlich der heisse Tee. Wir sind alle bald ins Bett. Wobei auch hier erstmal Probleme aufgetreten sind, es gab naemlich zu wenig Matratzen. Die ersten haben schon zu viert in einem Doppelbett geschlafen, als der Huettenwart aufgetaucht ist, und Matrazen aus einem Lagerraum geholt hat. Der war ebenfalls gekommen, um dem verletzten Deutschen zu helfen, welcher allerdings laengst auf dem Polizeirevier in Quito war. Gut geschlafen haben wir, glaub ich, alle. Um 4 Uhr gings dann aber schon hoch zum Guagua Pichcincha, wo wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Dummerweise waren wir zu schnell fuer die Sonne und mussten noch eine halbe Stunden in eisiger Kaelte warten, bis Quito und die umliegenden Gipfel im erstenMorgenlicht erstrahlten. Wunderschoen war es, zumindest glauben wir das. Der Nebel hat uns leider die Sicht versperrt, jedoch konnten wir wenigstens fuer ein paar Sekunden den Cotopaxi erblicken, wie er in seiner ganzen Pracht hoch ueber dem Wolkenmeer thronte - ein magischer Moment! Hungrig gings zurueck zum Refugio, wo es Brot und Kaffee gab. Recht schnell haben wir uns an den Abstieg gemacht - doch der wollte und wollte kein Ende nehmen. Es waren bestimmt 15km und ueber 1000 Hoehenmeter. Voellig fertig sind wir schliesslich in Quito in unsere Betten gefallen.
Super Tour!

Mittwoch, 6. August 2014

Party, Quito, Klettern und Camping beim Peguche Wasserfall

So jetzt sind unsere ersten paar Tage rum und wir haben schon richtig viel erlebt.
Empfangen wurden wir gleich mal mit einer grossen Barbeque Party mit gebratener Ananas, Fleisch, dass mit Bier besprenkelt wurde und den typisch ecuadorianischen Getraenken (natuerlich nur unalkoholisch ;-) ). Davor mussten wir den Ecus natuerlich auch gleich mal Ultimate Frisbee beibringen, was im Park auf dem alten Flughafen echt gut geklappt hat. Nach jeden Sprint musste man allerdings erst mal wieder nach Luft schnappen, was dazu gefuehrt hat, dass die Partie nicht von ganz so langer Dauer war. Spass gemacht hat es trotzdem! :)
Fussball, Bouldern, Flunkiball, Pitbull und diverse andere Spiele durften an dem Abend selbstverstaendlich auch nicht fehlen, ebenso wie der eine oder andere Salsaversuch.

Am naechsten Tag ging es (gluecklicherweise erst Mittags) los zur City Tour. Basilika, Improtheater mit sehr guter Einlage von Felix, ein Auto auf einem Hausdach und ein kleines Live Konzert auf einem der vielen Plaetze...so sah unser Nachmittag aus. Und um wirklich noch einen Gesamteindruck zu bekommen, dufte der abendliche Besuch in einer Bar auf keinen Fall fehlen. Dort gab es dann verschiedenste typische Gerichte, z.B. Enpaladas, riesige herausgebackene Fladen mit Zucker und Kaese und auch wieder verschiedenste leckere Getraenke (z.B. Canelazo) und Saefte. *mjam* Vollgestopft bis oben hin wurden am Ende noch die Salsa Kenntnisse erweitert. Auf dem Heimweg konnte man noch die richtig lebendigen und vollen Strassen bewundern, einen Strassentanz anschauen und einfach nur den Flair der Stadt am Wochenende geniessen.
Fast ganz munter ging es am naechsten Tag los zum Klettern nach Sigsipamba. Die Routen sind zwar schon eher schwer gewesen, aber es waren schon ein paar machbare dabei und der Fels war auch wirklich ziemlich schoen zum Klettern. Und wenn Ecus und Deutsche an der gleichen Route herumprobieren und sich gegenseitig anfeuern, dann klappt es irgendwann auch :)
Am Abend wurde dann noch gross bei Juan Carlos gekocht, zuerst etwas ecuadorianisches und dann Kaiserschmarrn, damit die Ecus auch mal unsere Kueche kosten konnten. Lecker war es auf jeden Fall!

Am naechten Morgen starteten wir dann auf unsere erste Zweitagestour in Richtung Otavalo und Fuya Fuya.
Nachdem um 9 dann alle am Treffpunkt angekommen waren, eigenlich wollten wir ja schon um 8 los, brachte uns der Bus ziemlich fix nach Otavalo, wo wir als erstes den dortigen Markt erkunden konnten und natuerlich auch nicht mit leeren Handen herauskamen. Ob Ecuhose, Alpaka Pulli/Muetze, handgeschnitzte Zierkuerbisse, Panamahuete oder Chalkbags, fuer jeden von uns war etwas dabbei und so kamen wir aus dem Farbengewirr mit gluecklichen Gesichtern und vollen Taschen zurueck.
Nach einem 3-Gaenge Menue, mit Suppe, frischem Saft, Huehnchen und Schokokuchen ging es gestaerkt mit zwei Pick-Ups in Richtung Fuya Fuya, wo wir die nacht ueber bleiben wollten. Die Fahrt durch die Landschaft dort war wirklich toll, vor allem hinten auf dem Truck. Allerdings sahen wir schon auf dem Hochweg den Hang eines naheliegenden Berges komplett brennen und ein paar Feuerwehr Autos kamen uns schon entgegen. Oben am See angekommen wurde uns dann erklaert, dass wir nicht bleiben koennen, weil es seit mehrerern Tagen lauter Braende gibt, aufgrund des fehlenden Regens und es deshalb zu gefaehrlich sei, zu campen...tja, das war ein kurzer Abstecher, also ging es, nachdem wir einen typischen Tee (so ein bisschen wie Minze) und einen kleinen Snack (Kartoffeln, Mais und Fleisch) von den Leuten dort oben probiert hatten, wieder runter nach Otavalo und dann zu einem anderen Campingplatz bei dem Peguche Wasserfall. Schnell die Zelte aufgebaut und hoch zum Wasserfall, durch eine ganz schmale und niedrige Hoehle und Barfuss weiter. Felix, Niclas, Lisa, Sabrina und zwei von unseren Ecus und ich konnten es natuerlich nicht lassen, gleich mal unter dem Wasserfall zu duschen, was echt eine riesen Gaudi war. Zurueck am Campingplatz schwaermten wir alle aus, um Feuerholz zu suchen und nachdem ein riesiger Haufen beisammen war, das Feuer mit "Zuckertee" darauf brannte und unser Hunger gestillt war, kam, was kommen musste. Lagerfeuerlieder wurden angestimmt und wir brachten den Ecus "Lemon Tree", "Bruder Jakob" und "I like the flowers" bei. Fuer einen Abend eine ziemlich gute Leistung, finden wir :-)
Danach wanderten wir noch mit Stirnlampen zu den Incabaedern, die durch die Vulkanwaerme erhitzt werden und begutachteten den fast klaren Sternenhimmel, in dem uns die Ecus auch ein paar Sternenbilder zeigten.
Am Morgen ging es dann los zu einem anderen Vulkan mit einer riesigen Caldera mit zwei Inseln in der Mitte, wo wir ausenrum wanderten. Traumhafte Landschaft, sehr wechselhaftes Wetter, Oritos (kleine leckere Bananen) und kleine Sprints bergab zwischendrin bestimmten den Tag. Am Ende entschied sich das Wetter dann doch fuer Regen, aber wir hatten ja zum Glueck alle eine trockene Ecuhose dabei. Bunt gekleidet ging es nach einem weiteren 3-Gaenge Menue mit Avocadosuppe, Fisch und Eis wieder zurueck nach Quito. Trotz der ungeplanten Wendung des Trips, waren es zwei wirklich schoene Tage und wir sind richtig gespannt auf die naechsten Touren! Morgen Abend geht es los auf die erste richtige Bergtour, die Nachtueberschreitung der Pichinchas. Und heute steht die Erkundung der Kletterhalle auf dem Plan.
Beste Gruesse von der anderen Seite der Welt! :-)